Sonntag, 5. Juli 2015

Gebert Indikator zum Nachkaufen nutzen

Die aktuelle Korrektur an den Märkten läuft bereits seit Mitte April. Der DAX hat mehr als 10% nachgegeben und einige fragen sich bestimmt: ist jetzt ein guter Zeitpunkt neue Positionen einzugehen bzw. bestehende Positionen auszubauen, oder sollte man noch warten?

In solchen Fällen ziehen wir den Gebert Indikator zu Rate. Zuerst blicken wir auf den Indikatorstand. Der Indikator steht bei 3 Punkten, quasi auf "kaufen", und signalisiert uns, trotz der angespannten Situation in Griechenland, dass das Investitonsklima weiterhin gut ist.

Des Weiteren möchten wir wissen, ob der Indikator in den nächsten Monaten auf Verkauf drehen kann. Da uns Vergleichswerte aller Komponente vorliegen, haben wir die Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit eines Verkaufssignales für die nächsten 12 Monate abzuschätzen. Aber soweit wollen wir gar nicht blicken. Uns interessieren nur die Sommermonate. Im November winkt schon der Saisonpunkt und der Indikator wird wieder zulegen. Wäre die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, würde es keinen Sinn machen, heute zu investieren, um in ein paar Monaten alles wieder zu verkaufen.

Zur Erinnerung: ein Verkaufssignal wird bei 0 oder 1 Punkt generiert. In unserem Fall bedeutet das: der Indikator muss mindesten 2 Punkte verlieren, damit es überhaupt zu einem Verkaussignal kommt.

Nun schauen wir mal in unsere "Glaskugel" und sehen uns die Tabelle mit den Vergleichswerten an. Um einen Abzugspunkt beim EUR zu bekommen, muss dieser in den nächten 4 Monaten mindestens auf 1,2583 klettern, das wären satte 13,3% vom aktuellen Stand (1,111). Das schafft er nicht! Von der Währungsseite droht uns also keine Gefahr. Es bleiben die restlichen 2 Komponente: Inflation und Zinssatz. Ein Anziehen der Inflation bis auf 0,4% ist durchaus möglich und würde dem Indikator einen Abzugspunkt bringen. Jedoch eine Zinserhöhung seitens der EZB ist derzeit nicht zu erwarten. Somit könnte der Indikator im schlimmsten Fall inflationsbedingt 1 Punkt verlieren, für ein Verkaufssignal sind aber 2 notwendig.

Hiermit stellen wir fest, dass die Wahrscheinlichkeit eines Verkaufssignals bis zum November gleich null ist.

Fazit: 10% Drawdown beim Dax + grüner Gebert Indikator laden uns zum Einkaufen ein.

Eine ähnliche Situation hatten wir im vorigen Sommer, während des Ukraine-Konfliktes. Damals habe ich bei Adidas zugeschlagen. Heute, 11 Monate später, liegt meine Adidas-Position trozt der aktuellen Korrektur immer noch fett im Plus.

Diesmal habe ich mir Emerson Electric ins Depot geholt.

Emerson Electric (NYSE-Ticker: EMR) gehört zu den sogenannten Dividenden-Aristokraten. Das sind Unternehmen, die über Jahre hinweg nicht nur verlässlich ihre Dividenden zahlen, sondern auch jedes Jahr erhöhen. EMR hat seine Dividende in den letzen 58 Jahren ununterbrochen erhöht. Bezogen auf die Statistik der letzten 10 Jahre beträgt das durchschnittliche jährliche Dividendenwachstum fast 8%. Dies gleicht nicht nur die Inflation im Euroraum (knappe 2%) aus, sondern beschert dem Investor gute Gewinne.

Beeindruckend finde ich die Tatsache, dass dem Konzern gelungen ist, während der Finanzkrise 2008-2009 Gewinne zu erzielen, was meiner Meinung nach auf ein gutes Management zurückzuführen ist.

Die Ausschüttungsquote liegt bei moderaten 57% und lässt noch Luft für weitere Dividendensteigerungen. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 3,3%, was auch in Ordnung ist.

Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass das Thema Aktien thematisch eigentlich nicht in unseren Blog passt. Da ich aber neben dem Dax-Trading einen erheblichen Teil meines Kapitals in Qualitätsaktien investiere (Aktien sind unverzichtbar für die Altersvorsorge), wollte ich in diesem Beitrag einfach mal kurz skizzieren, wie man den Gebert Indikator zwecks Performanceverbesserung inmitten einer mehrjährigen Hausse zum Nachkaufen nutzen kann. Ob man dabei auf Aktien setzt oder ETFs ist reine "Geschmackssache" des Investors.

Dieser Beitrag soll eine Anregung, ein Denkanstoß sein. Wie man mit den Indikator umgeht, wie man ihn auf die eigene Situation anwendet und ob man ihn überhaupt braucht, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wir benutzen den Gebert Indikator schon seit Jahren als wichtige Orientierungshilfe für das Marktgeschehen und er hat für uns bis heute immer gute Arbeit geleistet.

Angaben nach $34 WPHG: Der Autor besitzt Positionen in den erwähnten Wertpapieren.