Dienstag, 30. Juli 2013

Gebert Strategie

Seit einigen Jahren kann man die Gebert-Strategie auch fertig kaufen. Merrill Lynch hat bereits 2 Zertifikate aufgelegt: ML0BDM  (ISIN: DE000ML0BDM7) gibt es auf dem Markt seit November 2006 und ist inzwischen ausverkauft, und ML0RR6  (ISIN: DE000ML0RR64) - einen Nachfolger seit Juni 2012.

Mit der Auflage der Zertifikate hat Gebert jedoch eine Änderung eingeführt. Gebert selbst hatte ursprünglich angeregt, jeweils zum Ende eines Monats die Punkte auszuwerten, um am ersten Handelstag des Folgemonats entsprechend zu agieren. Aus den Zertifikate-Bedingungen ist ersichtlich, dass eine Prüfung nicht monatlich, sondern wöchentlich erfolgt, die Allokation kann dabei jedoch maximal einmal im Monat (am ersten Montag im Monat, der ein Bankarbeitstag ist) geändert werden.

Warum Gebert die Regeln geändert hat, bleibt mir ein Rätsel. Warum sollte man was ändern, was super funktioniert hat und immer noch perfekt funktioniert? Ich vermute mal, dass seitens der Bank auf Gebert ein bisschen Druck ausgeübt wurde. Wie hätte man denn sonst die hohen Management-Gebühren rechtfertigen sollen? 1,5% p.a. (!)  für einmal monatlich 3 Links anklicken? Zeitaufwand: nicht mal 5 Minuten.  Ne, es muss mehr Action in die Bude! Den Indikator wöchentlich zu berechnen - das sieht doch nach viel mehr Arbeit aus!

Wie auch immer, wir bleiben trotzdem dem Original treu und für unser Handelssystem GI überprüfen wir die Regeln monatlich.

Interessant finde ich den Vergleich unserer Handelsstrategie GI, die mit voll replizierenden ETFs umgesetzt wird,  mit dem ältesten Zertifikat ab 11.2010. Es fällt sofort auf, dass das Zertifikat hinterherhinkt. Der Performance-Unterschied, der aktuell fast 8% beträgt, ist zum grössten Teil auf das Verkaufssignal im Jahr 2011 zurückzuführen. Das Zertifikat stieg bereits am 11.04.2011 (Dax-Schlusskurs 7205) aus dem Markt aus, während GI erst am 02.05.2011 auf rot ging (Exitbasis 7571). Das Verkaufssignal beim Zertifikat kam eindeutig zu früh.




Fazit: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Handelsstrategie GI künftig  die Gebert-Zertifikate  noch stärker outperformen wird, da allein schon die hohen Management-Gebühren bei Zertifikaten auf Dauer zu spürbaren Performance-Einbussen führen werden.

Wer den Gebert-Indikator für seine Anlageentscheidungen nutzen möchte, sollte beachten, dass  die Gebert-Strategie ausschliesslich für den DAX entwickelt wurde. Diese Strategie ist nicht für andere Indizien, Aktien von Firmen etc. geeignet.